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Der Grünfink (Chloris chloris)

Muntere kleine Gesellen mit kräftigen Schnäbeln


Grünfinken gehören zu unseren recht häufigen heimischen Vogelarten und fallen durch ihr namensgebendes, grüngelbes Federkleid auf (Abb. 1). Männchen sind wie so oft etwas farbenfroher: der Bauch ist gelbgrün, Kopf und Rücken sind olivgrün. Die Schwungfedern sind dunkel gefärbt mit gelben Anteilen, die sichtbar aufblitzen. Die Weibchen haben insgesamt ein gräulicheres Federkleid und sind damit besser getarnt (Abb. 2). Grünfinken sind mit ca. 15 cm Körperlänge in etwa so groß wie Spatzen und haben einen für die Familie der Finken typischen kräftigen Schnabel, der zum Aufbrechen harter Samen geeignet ist. Damit erklärt sich auch ihre Hauptnahrungsquelle: Samen. Außerdem knabbern sie auch gern an Früchten und Knospen. Gerade jetzt im Winter sind sie auf der Suche nach Futter oft auf Wiesen z.B. an verblühten Disteln, in Sonnenblumenfeldern (Abb. 3) oder an Futterstationen in Gärten, ebenso an Hagebuttensträuchern zu sehen. Daher hier gleich der erste Hinweis, wer Grünfinken im Winter unterstützen möchte: Verblüht enthalten viele Pflanzen immer noch für viele Vogelarten überlebensnotwendige Nahrung in der kalten Jahreszeit, daher lasst ihr das unansehnliche, braune Gestrüpp am besten bis zum Frühjahr stehen. 
Abb. 1: Der Grünfink in seinem auffällig grünen Federkleid mit den gelben Akzenten und dem typischen, kräftigen Finkenschnabel. Foto: S. Bigalk

Abb. 2: Das Weibchen weist trotz der insgesamt graugrünen Färbung die gelben Schwungfedern auf, wodurch sie gut von anderen sperlingsgroßen Vögeln zu unterscheiden ist. Foto: S. Bigalk.

Ist der Winter überstanden, beginnt für die Grünfinken im April die Brutzeit: Ihre Nester bauen sie in dichtem Buschwerk an Waldrändern oder Hecken aus kleinen Ästen, Grashalmen und Moos. Was den Nistplatz angeht, sind Grünfinken aber nicht sehr wählerisch, solange es ein halbwegs geschützter Ort ist. In das Nest werden zwischen 3 und 6 Eier gelegt, welche 12 bis 15 Tage vom Weibchen bebrütet werden, während das Männchen sie füttert. Nach dem Schlupf verlassen die Jungvögel weitere 16 bis 18 Tage später das Nest und werden dann noch zwei Wochen gefüttert.

Damit die Vögelchen möglichst kräftig werden, bringen ihnen die Eltern neben der sonst vegetarischen Ernährung auch proteinreiche, tierische Kost, z.B. in Form von Insekten oder anderen Wirbellosen. Somit ist auch der Grünfink ein wichtiges Rädchen im Ökosystem, denn er übt Druck auf Insektenpopulationen aus, wodurch diese im Gleichgewicht gehalten werden. Außerdem verbreitet er Samen, die ihm das ein oder andere Mal vielleicht aus dem Schnabel fallen.

Gerade Grünfinken waren vor einigen Jahren von einem massiven Vogelsterben betroffen, das durch einen Parasiten namens Trichomonas gallinae verursacht wurde. Die Vögel steckten sich gegenseitig übers Trinkwasser mit Trichomonadose an, ebenso durch direkten Kontakt. Im Sommer 2009 rief der NABU sogar dazu auf, vorerst weder Futter noch Wasser für die Tiere bereit zu stellen, damit sie sich nicht auf einem Fleck konzentrieren und das Risiko einer Ansteckung künstlich erhöhen. Die Krankheit ist tödlich für die kleinen Vögel und führt seit Jahren zu immer größeren Verlusten in der Population, also hier der zweite Hinweis für den Artenschutz: Das tägliche Wechseln von Trinkwasser im eigenen Garten ist ebenso wichtig, wie das Aufstellen der Trinkschalen selbst. Frisches Wasser ist insbesondere im Sommer wichtig, um die Gesundheit der Grünfinken und anderer Vögel nicht noch weiter zu gefährden.

Gerade Grünfinken waren vor einigen Jahren von einem massiven Vogelsterben betroffen, das durch einen Parasiten namens Trichomonas gallinae verursacht wurde. Die Vögel steckten sich gegenseitig übers Trinkwasser mit Trichomonadose an, ebenso durch direkten Kontakt. Im Sommer 2009 rief der NABU sogar dazu auf, vorerst weder Futter noch Wasser für die Tiere bereit zu stellen, damit sie sich nicht auf einem Fleck konzentrieren und das Risiko einer Ansteckung künstlich erhöhen. Die Krankheit ist tödlich für die kleinen Vögel und führt seit Jahren zu immer größeren Verlusten in der Population, also hier der zweite Hinweis für den Artenschutz: Das tägliche Wechseln von Trinkwasser im eigenen Garten ist ebenso wichtig, wie das Aufstellen der Trinkschalen selbst. Frisches Wasser ist insbesondere im Sommer wichtig, um die Gesundheit der Grünfinken und anderer Vögel nicht noch weiter zu gefährden.


Abb. 3: In einem scheinbar toten Sonnenblumenfeld steckt viel Leben! Ein Schwarm Grünfinken sucht nach Samen. Foto: S. Bigalk

Zuletzt lässt sich über den Grünfink noch sagen: djüpp-djüpp-djüpp djürrrrrrrr tuj-tuj-tuj duÍT tjipp-tjipp-tjipp-tjipp dürdürdürdür djürrrrrrr.

Ich finde es ja immer sehr amüsant, Vogelgezwitscher mit Buchstaben darzustellen. Im Allgemeinen kann man ihren Gesang wohl mit dem eines Kanarienvogels vergleichen. Es ist ein helles, kurzes Trillern und Pfeifen in einer recht variablen Abfolge. 


Verfasst von M. Werner