Der Rotklee (Trifolium pratense)

und seine "Freunde"

 

Der Rotklee, auch Wiesenklee genannt, ist ein häufiger Bewohner von Fettwiesen und Weiden. Er blüht von April bis Oktober und zählt zu den Schmetterlingsblütlern. Das kugelige Blütenköpfchen umfasst dutzende kleine Einzelblüten, die rötlich gefärbt sind (Abb. 1). Die Stängel der Pflanze sind meist verzweigt und die kleetypischen, dreizähligen Blätter tragen eine weiße Zeichnung. Nach altem Volksglauben sollen die Dreiblätter ihrem Träger Glück in der Liebe bescheren.

Man findet den Rotklee häufig in Kulturform auf Äckern, auf denen er bereits seit dem 18. Jahrhundert als Futterpflanze für das Vieh angebaut wird. Außerdem wird er zur natürlichen Düngung des Bodens genutzt, da in den Wurzelknöllchen des Rotklees Bakterien leben, die den Luftstickstoff binden und ihn so den Pflanzen als Nährstoff zur Verfügung stellen.
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Abbildung 2: Ackerhummel (Bombus pascuorum) Foto: Maura Renninger

Insgesamt 28 Wildbienenarten wurden beim Pollensammeln am Rotklee beobachtet; darunter die in Deutschland bereits ausgestorbene Luzernen-Schwebebiene (Melitturga clavicornis). Bestimmten gefährdeten Bienenarten, wie der Esparsetten-Sandbiene (Andrena gelriae) und der Rothaarigen Kleesandbiene (Andrena similis), dient er sogar als bevorzugte Nahrungsquelle, wobei die Gefährdung dieser Arten vom Verlust ihrer Bruthabitate, Magerwiesen und Trockenrasen, herrührt. Neben Nektar und Pollen bietet die Pflanze auch Nahrungsgrundlage für die Entwicklungsstadien zahlreicher anderer Insektenarten. Ganze 76 Spezies fressen im Laufe ihrer Entwicklung am Rotklee, darunter viele Schmetterlings- und Rüsselkäferarten, die zum Teil stark gefährdet sind. So sind die grünen Raupen des im Bestand rückläufigen Rotklee-Bläulings (Polyommatus semiargus, Abb. 4) auf ihre namensgebende Futterpflanze angewiesen. Weitere gefährdete Arten, die sich am Rotklee entwickeln können, sind z.B. der Variable Samenkäfer (Bruchidius varius), das Behaarte Blatthähnchen (Orsodacne humeralis), der Trockenrasen-Dickleibspanner (Lycia zonaria) und die Magerwiesen-Bodeneule (Agrotis clavis). Auch die Raupen des Sechsfleck-Widderchens (Zygaena filipendulae) können den Rotklee als Futterpflanze nutzen.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Abbildung 4: Rotklee-Bläuling (Polyommatus semiargus) Foto: Andreas Haselböck

Literatur zum direkt Nachlesen

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Abbildung 1: Rotklee (Trifolium pratense) Foto: Maura Renninger

Besonders für langrüsselige Hummelarten, wie die Ackerhummel (Bombus pascuorum, Abb. 2), ist der Rotklee attraktiv, da sie ihn als Nektar- und Pollenquelle nutzen. So werden auch seltene Hummelarten, wie die in Deutschland stark gefährdete Obsthummel (Bombus pomorum), durch den Rotklee gefördert. Interessanterweise sind die Blüten mit etwa 1 cm Länge so tief, dass der Nektar nur langrüsseligen Arten zur Verfügung steht. Der Rüssel der Honigbiene (Apis mellifera, Abb. 3) ist beispielsweise zu kurz und sie muss sich mit dem Pollen des Rotklees begnügen. Fand jedoch ein Nektarraub durch die kurzrüsselige Erdhummel Bombus terrestris statt, bei dem seitlich ein Loch in die Kronröhre gebissen wird, ist der Nektar auch für die Honigbiene zugänglich.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Abbildung 3: Honigbiene (Apis mellifera) Foto: Maura Renninger

Da der Rotklee häufig auftritt und teilweise auf großen Ackerflächen angebaut wird, ist er weder gefährdet noch schützenswert. Allerdings ist er von großer Bedeutung für viele Insekten und von unseren Wiesen nicht wegzudenken, da er sich im Gegensatz zu den meisten anderen blütenreichen Wiesenpflanzenarten als relativ widerstandsfähig gegenüber intensiver Landnutzung zeigt, und deshalb oftmals eine der letzten noch verbliebenen Nektar- und Pollenquellen auf überdüngten und häufig gemähten Wiesen darstellt.

  • Spohn, M., Golte-Bechtle, M., & Spohn, R. 2015. Was blüht denn da? Kosmos, Stuttgart.
  • Westrich, P. 2019. Die Wildbienen Deutschlands. 2. Auflage, Ulmer Verlag, Stuttgart.

Verfasser: M.Renninger